Team "Kübel"-Mitte
Team-Zusammensetzung
Das Team "Kübel"-Mitte besteht aus zwei fest angestellten Sozialpädagogen - eine Frau und
ein Mann. Verstärkung erfahren die beiden durch eine im Projekt eingesetzte ABM-Kraft.
Gelegentlich absolvieren auch Studenten sozialer Fachrichtungen ihr pädagogisches
Praxissemester im Team. Momentan steht dafür jedoch keiner zur Verfügung.
Das Territorium
Das Arbeits-Territorium des Teams "Kübel"-Mitte umfasst die beiden Ortsteile Schönau und
Grünau-Mitte und ist 4,4 qkm groß.
Schönau hat eine Fläche von 3,1 qkm und rund 6.000 Einwohner. Um einen kleinen alten
Dorfkern wurden hier in den 80ern 5- bis 16-geschossige Plattenbauten postiert. Einer dieser
Riesen wurde, von der Öffentlichkeit viel beachtet, in diesem Jahr abgerissen. Gleichzeitig
entsteht im westlichen Schönau das Eigenheimviertel "Schönauer Welle". Im Osten bietet der
Schönauer Park Grün zur Erholung. Markante Punkte:
Schönauer Park, Jugendkuhle mit Don-Quichote-Spielplatz, DEA-Tankstelle (ehemals
SHELL), "Kübel Inn", Eigenheimviertel "Schönauer Welle".
- Grünau-Mitte hat eine Fläche von nur 1,3 qkm, dafür aber eine Einwohnerzahl von rund
20.000 Einwohnern! Es ist ein hochverdichtetes Großneubaugebiet mit 5-, 6- und 10-
Geschossern. Herzstück sind die Einkaufszentren Allee-Center und PEP. Die Fußgängerzone
Stuttgarter Allee wird zurzeit als "Flaniermeile" ausgebaut. Außerdem steht hinter dem
Hallenbad "Grünauer Welle" ein aus Hochhausschutt errichteter Kletterfelsen kurz vor seiner
Vollendung.
Markante Punkte:
PEP, Allee-Center, Kinder- und Jugendtreff Grünau, Freizeittreff Völkerfreundschaft,
Schwimmbad "Grünauer Welle", Stadion Leipzig Lions, Kletterfelsen, Jugendnotdienst,
Stadtteilladen.
Problemlagen der Zielgruppen im Arbeitsgebiet
In den Ortsteilen Schönau und Grünau-Mitte leben zusammen genommen rund 2.100 Kinder
und Jugendliche im Alter von 10 bis 18 Jahren. Dabei weist Grünau-Mitte die zweithöchste
Jugenddichte in ganz Leipzig auf und wird nur knapp von Grünau-Nord übertroffen.
Bei solch einer hohen Konzentration ist das Auftreten von Problemen fast folgerichtig.
Entsprechend ordnet der Fachplan des Jugendamtes der Stadt Leipzig aus dem Jahr 2001 die
beiden Ortsteile unseres Arbeitsgebietes auch in die Kategorie "sozial stark belastet" ein. Das
spiegelt sich unter anderem im Jugenddelinquenz-Anteil wider, der in Grünau-Mitte bei
knapp 9 Prozent liegt und ebenfalls als "sehr hoch" eingeschätzt wird.
Für die Arbeit des "Kübel"-Mitte-Teams besonders relevant sind Jugendliche im Alter von ca.
14 bis 18 Jahren, die sich in Cliquen regelmäßig im öffentlichen Raum treffen und von denen
es in den beiden Ortsteilen ca. 1.200 gibt. Allerdings übt die "Shopping-Achse" rund um die
Stuttgarter Allee eine gewisse Magnetwirkung auf die Jugendlichen aus ganz Grünau und
teilweise auch deutlich darüber hinaus aus. Dabei ist, anders als noch vor zwei Jahren, eine
(extrem orientierte) politische Ausrichtung der Jugendlichen eher selten wahrzunehmen.
Dagegen ist z.B. der Anteil an Gymnasiasten in Cliquen gestiegen. Eine Änderung der
Cliquenzusammensetzung brachte aber auch veränderte Problemlagen mit sich. Auffällig ist
die Ausbreitung des Konsums illegaler Drogen. Cannabis steht hier an erster Stelle und wird
zum Teil recht offen konsumiert. Doch auch Ecstasy, LSD oder Schmerztabletten sind ein
Thema. Daneben hat "Dauerbrenner" Alkohol wenig an Bedeutung verloren.
Vermehrt zu beobachten sind Selbstverletzungen mit scharfen, spitzen oder heißen
Gegenständen. Vor allem Mädchen versuchen so, Drucksituationen zu verarbeiten. Ebenso
sind Themen um Beziehung, Liebe, Sexualität ständig aktuell, z.B. ungewollte
Schwangerschaften.
Darüber hinaus bietet die Schnittstelle zwischen Beendigung von Schule und Beginn einer
beruflichen Ausbildung in dieser Altersgruppe reichlich Konfliktmaterial.
Nicht zu vernachlässigen ist auch eine "Permanent-Langeweile", die manche Cliquen an den
Tag legen. Diese geht meist einher mit einer lähmenden Antriebslosigkeit und der Klage, dass
in Grünau nichts los sei.
Neben diesen individuellen Problemlagen stellt jedoch auch die Clique an sich ein Problem
dar. Zumindest aus der Sicht einiger Anwohner, Gewerbetreibenden oder der Security. Grund
der Aufregung sind immer wieder Schmutz, Lärm und Beschädigungen, bzw. die Sorge,
potentielle Kunden könnten verschreckt werden.
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