Projekt "Kübel"
Mobile Jugendarbeit Leipzig e.V.

Presse 2003

Leipziger Volkszeitung, 09.07.2003

Ungewöhnliche Teambildung soll Jugendlichen Jobs bringen

Leipzig. Die Suche nach Arbeitsplätzen lässt in harten Zeiten oft ungewöhnliche Koalitionen entstehen: Wie im Fall des 27-jährigen Erik Wadewitz. Ein Leipziger Sportverein, ein Sozialprojekt und eine Zeitarbeitsfirma haben sich verbündet, um jungen Arbeitssuchenden eine neue Beschäftigung zu vermitteln.
Viele junge Arbeitslose könnten eine ähnliche Geschichte erzählen wie der Grünauer. Mittelschule beendet, eine Lehre als Industriekaufmann absolviert, eine Zeit lang im erlernten Job gearbeitet, dann Entlassung. Auf Fernmeldemonteur umgeschult, in dieser Tätigkeit bei mehreren Firmen gejobbt. Wieder Entlassung, erneuter Gang zum Arbeitsamt. "Dort kam ich mir irgendwie veralbert vor", erinnert sich Wadewitz. "Ich wollte wieder in meinem Lehrberuf arbeiten." Diese Vorgabe schien im Amt ohne Reaktion zu verhallen: Offerten als Industriekaufmann? Fehlanzeige, diese Jobs sind dünn gesät. "Vom Amt kamen nur Angebote für Fernmeldemonteure." Die Bitte, die Jobsuche doch auf den Kaufmannsberuf auszudehnen, blieb ungehört - und Wadewitz war ein Jahr ohne Arbeit.
Damit ist nun Schluss. Erik Wadewitz arbeitet seit Kurzem auf der BMW-Baustelle im Leipziger Norden. Zwar ist er auch hier nicht als Kaufmann tätig. Aber die Arbeit macht ihm Spaß. In den Reihen der Firma Huber & Ranner wirkt er bei der Errichtung der Fertigungshallen für den 3er-BMW mit. Für seinen Lebensunterhalt kann der Leipziger nun wieder alleine aufkommen.
Bedanken kann sich Wadewitz beim American-Football-Verein Leipzig Lions, dem Grünauer Sozialprojekt Mobile Jugendarbeit und der Tuja Zeitarbeit, einem Sponsor der Löwen. Dieser Verbund sucht seit April 2003 nach Arbeit und neuen Perspektiven für erwerbslose Jugendliche. "Ein Freund nahm mich Ende Mai zu einer Veranstaltung der Jugendarbeit mit. Von den Sozialarbeitern hörte ich von der Aktion mit den Lions und Tuja und habe mich gemeldet."
Dana Wendt, Personaldisponentin bei Tuja, nahm sich des jungen Mannes an und vermittelte ihn binnen eines Monats auf die BMW-Baustelle. "In Abstimmung mit der Lions-Vereinsführung und den Sozialarbeitern versuchen wir, junge Menschen in feste Arbeitsverhältnisse zu bringen." Wadewitz ist der erste Schützling des noch namenlosen Projektes, der erfolgreich vermittelt wurde. "Unser langfristiges Ziel ist es, viele Jugendliche in Lohn und Brot zu bringen", so Dana Wendt, die das Projekt zusammen mit Lions-Präsidenten Jeffrey Seeck und Sozialarbeiterin Kathrin Zschuckelt auch zukünftig kostenfrei betreut.
Die neue Arbeitslosenstatistik im Amtsbezirk Leipzig zeigt, dass der Bedarf für ein solches Projekt ersichtlich: Im Juni waren 6592 der 20- bis 25-Jährigen ohne Arbeit.

Frank Schmiedel
Foto: Woitas
Untertext:
Erfolgreiche Projektarbeit: Erik Wadewitz (Mitte) wurde von Kathrin Zschuckelt (links) und Dana Wendt ein Job vermittelt. Bitte wenden...

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