Fotoprojekt
Wie unter Räumen beschrieben, gibt es bei uns eine Dunkelkammer nebst Fotoapparaten, die
in mehr oder weniger regelmäßigen Abständen für diverse gemeinsame Projekte mit den
Jugendlichen genutzt werden.
Auf dieser Seite wollen wir in regelmäßigen Abständen einige Projekte und Ergebnisse
darstellen. Das letzte Fotoprojekt stand unter den Titel
"Gutes Viertel - Schlechtes Viertel"
Die technischen Umsetzung des Themas "Guter Stadtteil - Schlechter Stadtteil" war
nicht so einfach wie von uns gedacht. Zwar zogen die Jugendlichen mehrfach mit der
Kamera durch Grünau, brachten im Endeffekt von diesen "Safaris" aber nur zwei Fotos
mit, die im Hinblick auf Motivwahl und technische Umsetzung als wirklich gelungen bezeichnet werden können.
Statt dessen entwickelten sie eine rege Fantasie und Begeisterung bei den, eigentlich
nur als Übung gedachten, Porträts und Selbstinszenierungen.
In diesem Zusammenhang entstanden dann auch die meisten und beeindruckendsten Fotografien.
Dass es den Jugendlichen leichter fallen würde, sich selbst vor der Kamera zu produzieren,
als einen "unverfänglichen" Stadtteil darzustellen, hat uns ehrlich gesagt überrascht.
Die Ergebnisse des Projektes sollen in naher Zukunft neben der Veröffentlichung auf
dieser Page auch in öffentlichen Räumen des Stadtteils ausgestellt werden.
Zudem hoffen wir, dass die Ausstellung um einige Grünau-Fotos erweitern zu können.
Insgesamt haben 10 Jugendliche im Alter von 15-18 Jahren an diesem Projekt aktiv mitgewirkt.
Es handelte sich ausschließlich um solche Kids, die wir aus unserer Arbeit, wie Streetwork
oder Arbeit mit Jugend-Cliquen, bereits näher kannten.
Der Ablauf des Projektes
Den Auftakt bildete eine Wochenendfahrt nach Radis in Sachsen-Anhalt (31.08.-02.09.01). Wir
starteten wir mit 6 Teilnehmern nach Radis. Hauptanliegen der Fahrt war das grundlegende
Verstehen der Foto-Technik und -Theorie sowie das Einüben dieser Erkenntnisse in der Praxis.
Hierfür war der Wörlitzer Park und die Braunkohlebagger-Ausstellung "Ferropolis - Stadt aus Eisen"
ideale Kulissen. Nach der fast 6-stündigen Tour durch den Wörlitzer Park sagte einer der
Jugendlichen: "Das war total cool. Ich hätte vorher nie gedacht, dass ein Park so spannend
sein kann!" Den Abschluss der Radis-Fahrt bildete ein Besuch in der alten Filmfabrik Wolfen,
wo sich thematisch der Bogen bezüglich Herstellung und Eigenschaften von Filmmaterial wieder
schloss.
Kurze Zeit danach fanden wir uns zu einem Auswertungstreffen in unserer Einrichtung
zusammen, auf dem auch das weitere Vorgehen besprochen werden sollte. Zu diesem Termin
standen plötzlich auch noch einige andere Jugendliche auf der Matte, die von ihren Freunden
inzwischen von dem Projekt begeistert worden waren.
Wir teilten zwei Gruppen ein, denen jeweils getrennt ihr "Geheimauftrag" mitgeteilt wurde,
zu beweisen, dass der Stadtteil Grünau total schön bzw. total hässlich ist. Am liebsten
wären alle in der Gruppe gewesen, die Grünau als hässlich darstellen soll. Außerdem legten
wir Termine für Zwischentreffs in unserer Einrichtung fest, wo die bisherigen Erlebnisse
diskutiert werden konnten. Die Einhaltung dieses Planes funktionierte nur bedingt.
Anfang Dezember schließlich (01.+02.12.01) fand das Projekt durch eine zweite Kurzfahrt, nach Strausberg in Brandenburg, einen würdigen Abschluss.
Inhaltlich war einerseits die Auswertung des bisherigen Projektverlaufes angesagt und andererseits die Umsetzung zweier Foto-Themen. Am ersten Tag zogen wir mit der Kamera durch das abendliche und vorweihnachtlich beleuchtete Berlin, während wir am zweiten Tag die Jugendlichen selbst zum Motiv werden ließen. Dieses Shooting war einer der intensivsten Momente im gesamten Projektverlauf. Die Jugendlichen ließen sich mit großer Ernsthaftigkeit und Sorgfalt auf diese Methode ein und übertrafen sich mit immer neuen Ideen zur Motivgestaltung. Mehrere Stunden lang setzten die Teilnehmer schließlich ihre Fotos
um, ungeachtet der klirrenden Kälte.
Bildergalerie
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