Unser Verein

Mobile Jugendarbeit Leipzig e.V. – das ist aufsuchende Jugendsozialarbeit mit Kindern und Jugendlichen im Westen unserer Stadt. Zwei Teams arbeiten in den Planungsräumen Grünau und Altwest. 

Unsere Aufgabe ist es, Kontakt zu Jugendlichen im Stadtteil herzustellen, die mit sozialen und individuellen Problemlagen konfrontiert sind, ausgegrenzt werden oder von Ausgrenzung bedroht sind.  Dabei sind wir bei den Jugendlichen zu Gast, zumeist da, wo sie sich treffen: auf öffentlichen Plätzen und Straßen. Das Aufsuchen der Jugendlichen in ihrer Lebenswelt ist die unabdingbare Basis dafür, eine nachhaltige und tragfähige, von Vertrauen geprägte Beziehung zu ihnen aufzubauen.  Wir arbeiten gemeinsam mit den Menschen an Lösungskonzepten und unterstützen sie dabei, entsprechende Ressourcen zu entwickeln. 

Unser aufsuchender Ansatz macht uns zum Bindeglied zwischen Jugendarbeit/-hilfe, der Öffentlichkeit und den Jugendlichen. Dabei fungieren wir als Partner und Sprachrohr der jungen Menschen. Wir nutzen die Vernetzung von adäquaten Angeboten der Jugendhilfe und unterstützen gegebenenfalls die Entwicklung von sozialen Netzwerken in den Stadtteilen. 

Der Verein arbeitet gemeinnützig, ist im Vereinsregister eingetragen und anerkannter Träger der Freien Jugendhilfe. Die finanzielle Basis beruht auf der Förderung durch die Stadt Leipzig.

Adresse Projektleitung

Mobile Jugendarbeit Leipzig
Garskestraße 3
04205 Leipzig

Kontaktdaten

0341 4229777

0163 2387458

0341 4229777

Vorstand

Jens Eßbach (Vorsitzender)

Ina Hertenberger

Bernd Seifert

Ina Feige

Michael Handrick

Der Vorstand ist über die Geschäftstelle zu erreichen. Menschen, die im Verein Mitglied werden möchten, können sich gern mit der Projektleitung in Verbindung setzen.

Meilensteine

Vereinsgründung 14. Dezember 1993

Ausgangspunkt der Vereinsgründung war das Modellprojekt Streetwork Grünau, welches 1992 im Rahmen des sächsischen Aktionsprogramms gegen Aggression und Gewalt seine Arbeit aufnahm. Der Verein arbeitet gemeinnützig, ist im Vereinsregister eingetragen und anerkannter Träger der Freien Jugendhilfe

10 Jahre Mobile Jugendarbeit Leipzig – Wir gaben ein Buch heraus. (2003)

MJA In der Rolle der „omnipotenten Alleskönner“? Reflexionen zu Geschichte und Gegenwart Mobiler Jugendarbeit in Leipzig.

Rückentext: Dieses Buch ist vor allem der Versuch, Geschichte und Gegenwart zu reflektieren. Dies scheint auch deshalb so wichtig zu sein, da es oft Kontakte mit Kolleg/inn/en gibt, die neu ins Arbeitsfeld starten und dabei teilweise nur unbefriedigende Rahmenbedingungen vorfinden. Die Tatsache, dass der Handlungsansatz Mobile Jugendarbeit im Rahmen der Ausbildung an den Fachhochschulen noch immer kaum eine Rolle spielt, macht den Einstieg in den Arbeitsalltag nicht leichter.

Mit diesem Buch wird der Versuch gewagt, eben jenen Sozialarbeiter/inne/n eine Orientierung zu geben und sie zu ermutigen, ihre Grenzen gegenüber den Auftraggebern, der Öffentlichkeit und sich selbst zu definieren und zu erkämpfen.

Es gibt natürlich eine ganze Reihe wissenschaftlicher und auch praxisorientierter Veröffentlichungen. Deshalb findet man in diesem Buch wenige theoretische Ausführungen und statt dessen die Beschreibung der Entwicklung eines Projektes, mit einem hohen Alltagsbezug, mit seinen Problemen und den dazugehörigen Lösungsversuchen. Es gibt viele Beispiele dafür, dass Mobile Jugendarbeit funktioniert und erfolgreich ist. Dazu zählt auch ein Projekt, das nun seit über zehn Jahren im „Dschungel“ der Jugendhilfe agiert und dabei so manche Erfolgsgeschichte zu erzählen hat: die Mobile Jugendarbeit Leipzig e.V.

ZWANZIG13 Innenansichten - Die zweiten 10 Jahre. (2013)

Titelbild: ZWANZIG13 Innenansichten - Die zweiten 10 Jahre.In guter Tradition haben wir uns entschieden, auch anlässlich unseres 20. Geburtstages die Welt an unseren Erlebnissen und Erkenntnissen teilhaben zu lassen. Ein „richtiges” Buch ist es aus Gründen fehlender zeitlicher, personeller und finanzieller Ressourcen diesmal nicht geworden. Allerdings - dem medialen Fortschritt folgend - gibt es diese digitale Innenansicht aus weiteren 10 Jahren Mobiler Jugendarbeit in Leipzig 2004–2013.

ZWANZIG13 Innenansichten - Die zweiten 10 Jahre.

Das Leitbild unseres Vereins Mobile Jugendarbeit Leipzig e.V.

Unser Name ist Programm: Mobile Jugendarbeit Leipzig e.V.

Der Name unseres Vereins, Mobile Jugendarbeit Leipzig e.V., beschreibt zugleich unseren sozialpädagogischen Handlungsansatz. Mobile Jugendarbeit ist ein sozialraumorientierter, aufsuchender Jugendberatungsansatz, mit den Arbeitsschwerpunkten Streetwork, Cliquenarbeit, Einzelfallhilfe und Stadtteilarbeit. Die Zielgruppe unserer Arbeit sind Jugendliche und Jugendgruppe, die durch individuelle Problemlagen oder auffällige Verhaltensweisen im Stadtteil auf sich aufmerksam machen. Die Problemlagen sind sehr vielfältig und beziehen sich u.a. auf Straffälligkeit, Drogengebrauch, Schulverweigerung, Gewaltbereitschaft und familiäre Probleme.
Unser Verein wurde 1993 gegründet und arbeitet von Beginn an in Leipzig-Grünau und seit 2008 auch im Leipziger Westen. Wir sind eine gemeinnützige Organisation und erhielten auf Grundlage des SGB VIII die Anerkennung als Freier Träger der Jugendhilfe. Dieser Status ist Ausdruck der rechtlichen und fachlichen Akzeptanz unseres sozialpädagogischen Angebotes durch den öffentlichen Jugendhilfeträger, dem Amt für Jugend, Bildung und Familie der Stadt Leipzig. Die Tätigkeit unserer Organisation basiert auf den im Vereinsrecht vorgesehenen Gremien, der Mitgliederversammlung als wichtigstes Entscheidungsorgan und einem ehrenamtlichen Vorstand. Die fachliche Arbeit wird durch hauptamtlich angestellte Sozialpädagogen umgesetzt, die nach Möglichkeit durch semiprofessionelle MitarbeiterInnen ergänzt werden.
Wir arbeiten in zwei räumlich getrennten Streetworkerteams, denen jeweils ein Cliquentreff bzw. ein Beratungsbüro im unmittelbaren Sozialraum zur Verfügung steht.

Unser Verein ist regional gewachsen und eingebunden. Darüber hinaus pflegen wir Kontakte zu Organisationen, Wirtschaftsunternehmen, Hochschulen und politischen Institutionen über die Ländergrenzen hinaus.

Die Geschichte unseres Vereins reicht in ihrem Ursprung zurück bis ins Jahr 1993. Seit dieser Zeit sind wir im Leipziger Plattenbaugebiet Grünau und seit 2008 im Leipziger Westen tätig. Dieser Tradition verpflichtet, legen wir besonderen Wert auf den regionalen Bezug unserer Arbeit. Durch die dabei gesammelten jahrelangen Erfahrungen haben wir uns zu einem gefragten Experten und einer festen Größe in den jeweiligen Planungsräumen entwickelt. Dieses Expertenwissen geben wir jedoch nicht nur an Kooperationspartner in unserem unmittelbaren Arbeitsumfeld weiter, sondern suchen darüber hinaus gezielt die Kontakte zu auswärtigen Institutionen. Wir pflegen einen regen fachlichen Austausch mit Kollegen aus ganz Deutschland (und zum Teil auch aus anderen Ländern) und sind außerdem jederzeit offen für interdisziplinären Gedankenaustausch mit fachverwandten oder fachfremden Einrichtungen, sowie explizit auch mit Unternehmen der freien Wirtschaft. Ein solches Vorgehen ermöglicht es uns, laufend über neue Wege, Trends und fachliche Entwicklungen informiert zu sein und diese entsprechend in unseren konkreten Arbeitszusammenhang einzuweben.

Wir sind parteipolitisch unabhängig.

Unsere Stellung als anerkannter Freier Träger der Jugendhilfe nach SGB VIII verpflichtet uns dazu, die Interessenlagen von Kindern und Jugendlichen öffentlich zu vertreten und vor den entsprechenden politischen Gremien einzufordern. Dazu ist es unverzichtbare Voraussetzung, unabhängig von politischen Parteien und deren Entscheidungsinstanzen zu agieren. Anderenfalls wäre eine kritische Distanz nicht mehr gegeben, da sich parteipolitische Interessen in den Vordergrund schieben würden.
Ganz besonders fordert uns darüber hinaus jegliche Art extremer Einstellungen auf, klare Stellung zu beziehen. Wir verwehren uns ausdrücklich gegen eine Instrumentalisierung durch extreme politische Ideologien. Deshalb treten wir mit unserer Arbeit allen Formen von Gewalt, Fremdenfeindlichkeit und Rassismus entgegen.

Wir bekennen uns zum Modell der „Lernenden Organisation“.

Der Kernpunkt dieses Modells ist die Verbindung des individuellen Lernens mit dem Organisationslernen. Ziel ist es, die Arbeitsbedingungen für die MitarbeiterInnen zu verbessern und gleichzeitig die Organisationsstrukturen zu optimieren.
Der soziale Wandel, innovative Entwicklungen in Gesellschaft und Technik, permanente Veränderungen der Problemlagen und Rahmenbedingungen unseres beruflichen Handelns stellen für eine Organisation externe Störungen dar, auf die bei zunehmender Instabilität der Organisation reagiert werden muss. Für uns bedeutet diese Herangehensweise, die konstruktiven Störungen als Auslöser für innovative Veränderungen und Entwicklungen zu betrachten.
Dieser systemische Ansatz beinhaltet u.a. die Notwendigkeit von Teamarbeit und Teamlernen, die Stärkung individueller Handlungskompetenzen der MitarbeiterInnen sowie ein stetiges Hinterfragen der Organisationskultur.
Das bedeutet für uns vor allem die Umsetzung struktureller Merkmale wie kurze Informationswege, flache Hierarchien und transparente Kompetenzstrukturen sowie demokratische Entscheidungsprozesse.

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind die wichtigste Ressource unserer Organisation.

Den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern kommt in unserem Verein eine besondere Schlüsselrolle zu. Wir sind uns bewusst, dass der Erfolg unserer Organisation untrennbar verbunden ist mit der Motivation und den individuellen Kompetenzen aller Beschäftigten. Unser Ziel ist es, die Arbeitsbedingungen so optimal zu gestalten, dass sich die MitarbeiterInnen beruflich und persönlich entfalten und mit ihrer Kreativität und Innovationsbereitschaft die Entwicklung des Vereines maßgeblich beeinflussen können.
Durch die Umsetzung von Konzepten der Mitarbeiterbeteiligung, Übertragung von Ressourcen- und Budgetverantwortung sowie eigenständigen Arbeitsbereichen wollen wir eine größtmögliche Identifikation der MitarbeiterInnen mit den Organisationszielen erreichen.
In unserer Organisation hat jeder Mitarbeiter die Möglichkeit und die Pflicht, zur Veränderung und Optimierung aller Arbeitsprozesse durch Engagement und Mitbestimmung beizutragen.

Teamarbeit hat bei uns einen besonders hohen Stellenwert.

Jeder Mitarbeiter kann sich in unserer Organisation sicher sein, Unterstützung und Reflexion in fachlicher und bei Bedarf auch in persönlicher Hinsicht durch ein ihn unterstützendes Team zu erhalten.
Das Team stellt die Basiseinheit einer Garantie für die Qualität unserer Arbeit dar. Die zunehmende Komplexität gesellschaftlicher Entwicklungen, aber auch der individuellen und sozialen Problemlagen unserer Klienten, erfordert einerseits eine systemische Betrachtung spezieller Situationen und andererseits umfangreiche Spezialkenntnisse und Kompetenzen. Diese Anforderungen sind nur durch eine enge Zusammenarbeit der MitarbeiterInnen mit ihren jeweiligen Stärken, Erfahrungen und Fähigkeiten lösbar.
Darüber hinaus bezieht Teamwork seine für uns so elementare Bedeutung auch aus der Festschreibung in den Qualitätsstandards unseres Arbeitsfeldes. So sind unsere Teams immer gemischtgeschlechtlich zusammengestellt. Damit tragen wir den besonderen Anforderungen einer durch uns konzeptionell verankerten geschlechtsbewussten Herangehensweise an unsere Arbeit auch programmatisch Rechnung.

Die geltenden Fach- und Qualitätsstandards sehen wir als Richtschnur für unsere Arbeit an und beteiligen uns aktiv an deren Weiterentwicklung.

Für das Arbeitsfeld Mobile Jugendarbeit existieren schriftlich fixierte, überregional gültige Fachstandards, an deren Erstellung auch unser Verein maßgeblich beteiligt war. Diese Standards erkennen wir als Grundlage unserer Arbeit an. Sowohl Arbeitgeber als auch Arbeitnehmer verpflichten sich, ihr Handeln danach auszurichten und auf die alltägliche Praxis anzuwenden. Wir setzen bewährte Methoden der Qualitätssicherung ein, um über Instrumente verfügen zu können, mit denen die Umsetzung messbar gemacht werden kann. Damit stellen wir uns freiwillig einer Qualitätskontrolle gegenüber uns selbst, Partnern und Geldgebern. Wir sind uns bewusst, dass sowohl Standards als auch Qualitätssicherungsmethoden einem Prozess ständiger Weiterentwicklung unterworfen sind. Diesen Prozess gestaltet unser Projekt auf allen Ebenen aktiv mit.

Gut funktionierende Netzwerke sind für uns notwendig.

Die Arbeit in und mit Netzwerken ist integraler Bestandteil unseres Auftrages und dessen Umsetzung. Wir nehmen an Netzwerken teil, pflegen sie und regen zu ihrer Bildung an. Sie stellen für uns Beziehungssysteme dar. In ihnen können soziale (jugendspezifische, soziokulturelle und wohnräumliche) Problemsichten und Interessenlagen gebündelt werden. Netzwerke gestalten Kommunikationsräume, um Handlungsspielräume zu erweitern. Deshalb sehen wir sie auch als Schrittmacher der Veränderung.
Wir sind auf Netzwerke angewiesen. Ein direkt auf unseren Förder- und Hilfeansatz bezogener Aspekt ist die Vermittlung. In diesem Sinne vervielfältigen wir Informationen, Kontakte und Verfahrensweisen. Dieses Netzwerkwissen bringen wir besonders Jugendlichen und anderen nahe, von denen wir annehmen, dass sie Orientierungen und Anhaltspunkte bräuchten. Umgekehrt machen wir unsere Fähigkeiten und all die Ressourcen, über die wir verfügen, anderen Netzwerkpartnern zugänglich. Derart beleben Netzwerke schnelle und direkte Ketten der Unterstützung und Hilfe. Sie erweitern uns und andere, indem sie Kräfte austauschen und ergänzen. Außerdem bedeuten sie, dass wir die verschiedensten Diskussionen und aktuellen Debatten aufgreifen und uns auch an erst im Anfang befindlichen Entwicklungen beteiligen.

Wir repräsentieren mit unserem persönlichen Engagement humanistische und demokratische Grundwerte.

Unser Selbstverständnis spricht für die Möglichkeit gewaltlosen Zusammenlebens. Gegenseitige Anregung und bereichernde Teilhabe bewirken, dass die freie Entfaltung jedes Einzelnen zum Vorteil des jeweils anderen gelingen kann. Verbürgt ist dies in der Gestaltbarkeit menschlicher Verhältnisse und der Verständnisfähigkeit jedes Menschen.
In unserer täglichen Arbeit treffen wir auf eine Vielzahl von Konflikten – solche unterschiedlicher Interessen, Meinungen und Verteilungen von Kompetenzen, Dingen und Räumen. Uns ist daran gelegen, diese Konflikte auf die Ebene gegenseitigen Verstehens zu heben. Der sich auf ihnen entfaltende dynamisch kreative Prozess soll nicht in einer Grenzziehung enden. Er soll auf einen Gewinn an Potentialen, den sogenannten dritten Weg, hinauslaufen. Dabei gehen wir von der Chance zur Entwicklung aus, der die Möglichkeiten der Umwelt und die Situation des Einzelnen zu verbinden sucht.
Wir sind grundsätzlich bereit, verschiedenste Bedürfnisse, Identifikationen und Ansichten der mit uns Kooperierenden wahrzunehmen. Diese Grundhaltung fordert von jedem unseres Teams Unvoreingenommenheit. Dadurch interessieren wir uns für das spezifische Gewordensein jedes Einzelnen, akzeptieren dieses und gehen von dessen Sinn und Strategie, was und wie zu leben sei, aus. Wir ergreifen Partei für die Entfaltungs- und Verwirklichungswünsche von Einzelnen oder Gruppen und betrachten deren gesellschaftliche Bedingungen als veränderbares Gefüge, das jedem zugesteht, erfüllt zu leben.

Für unsere Klientel sind wir ein absolut verlässlicher Ansprechpartner.

Wir arbeiten vor allem mit und für Jugendliche und junge Heranwachsende, die ihren Lebensmittelpunkt in unseren Arbeitsgebieten haben. In der Streetwork begeben wir uns an die Treffpunkte der Jugendlichen, in ihr alltägliches „Lebensfeld“. Zumeist sind dies Höfe, Treppen oder Einkaufspassagen.
Durch die Geh-Struktur treten wir vor allem zu Jugendlichen in Kontakt, die durch andere Hilfesystem wie Familie, Schule oder Jugendeinrichtungen nicht mehr erreicht werden. Wir wollen diesen jungen Menschen ein fester Ansprechpartner sein, um mit ihnen gemeinsam individuelle Beratungs- und Hilfeangebote zu entwickeln.
Verlässlichkeit gegenüber der Klientel heißt für uns neben dem regelmäßigen Besuch an den Treffpunkten, „anwaltschaftlicher Berater“ in allen Lebenslagen zu sein. Für uns ist es daher besonders wichtig dafür Sorge zu tragen, ausreichend zeitliche als auch materielle Ressourcen zur Verfügung zu stellen, um dem Einzelnen oder der Gruppe entsprechende (Hilfe-)Leistungen anbieten zu können.
Hilfeleistungen sind für uns keine Dienstleistungen im Sinne dessen, dass für den Jugendlichen etwas geklärt, organisiert oder gelöst wird. Sondern Hilfeleistungen verstehen wir als „Hilfe zur Selbsthilfe“. Das schließt jedoch nicht aus, dass wir bei notwendiger Krisenintervention kurzfristig Problemlösungen für den Jugendlichen übernehmen können, um ihm Raum zu schaffen, sich neu zu verorten und mit unserer Unterstützung etappenweise die Krise langfristig zu bewältigen. Unser Interesse gilt der Befähigung des Jugendlichen, seine Konflikte selbst oder durch Eigenorganisation von Unterstützung zu bewältigen.

Satzung des Vereins Mobile Jugendarbeit Leipzig

§1 Name, Sitz e.V.

(1) Der Verein führt den Namen "Mobile Jugendarbeit Leipzig". Er soll in das Vereinsregister eingetragen werden.
Nach der Eintragung erhält der Vereinsname den Zusatz "e. V."
(2) Der Verein hat seinen Sitz in Leipzig.

§2 Zweck

Zweck des Vereins ist die Förderung der Jugendhilfe gemäß §§ 11 bis 13 SGB VIII. Der Verein ist überparteilichen tätig.
Der Satzungszweck wird realisiert durch die Kontaktaufnahme zu randständigen, delinquenzgefährdeten oder bereits delinquenten Jugendlichen, durch Mobile und offene Jugendarbeit, Einrichtung und Erhalt von Jugendbegegnungsstätten, Foren, Gesprächen zu aktuellen Problemen, Sportveranstaltungen, Bildungsfahrten, sowie allgemeinen kulturellen Angeboten, die Musikveranstaltungen, Förderung junger Musikgruppen und Veranstaltungen ohne Konsumzwang, die nur der Begegnung dienen.
Der Schwerpunkt der Arbeit liegt in den Planungsräumen Leipzig-Grünau und Leipzig-Altwest.

§3 Gemeinnützigkeit

Der Verein verfolgt ausschließlich und unmittelbar gemeinnützige Zwecke im Sinne des Abschnitt des " Steuerbegünstigte Zwecke " der Abgabenordnung.
Der Verein ist selbstlos tätig, er verfolgt nicht in erster Linie eigenwirtschaftliche Zwecke. Mittel des Vereins dürfen nur für die satzungsmäßigen Zwecke verwendet werden. Die Mitglieder erhalten keine Zuwendungen aus Mitteln des Vereins. Es darf keine Person durch Ausgaben, die der Körperschaft fremd sind, oder durch unverhältnismäßig hohe Vergütung begünstigt werden.

§4 Mitgliedschaft

1. Mitglied kann jede natürliche und juristische Person werden. Jedes Mitglied verpflichtet sich durch seinen Beitritt zur Einhaltung der Beschlüsse des Vereins und bekennt sich zu dessen Grundsätzen.

2. Der Verein hat ordentliche und jugendliche Mitglieder.
2.1 Ordentliche Mitglieder sind Mitglieder, die das 21. Lebensjahr vollendet haben und nicht Klientel sind.
2.2 Jugendliche Mitglieder sind Mitglieder, die das 21. Lebensjahr noch nicht vollendet haben oder Klientel sind.
Der Übergang vom jugendlichen zum ordentlichen Mitglied erfolgt auf Antrag durch den Vorstand.

3. Über die Aufnahme eines Mitgliedes entscheidet nach schriftlichem Antrag der Vorstand.
Bei beschränkt Geschäftsfähigen, insbesondere Minderjährigen muß die schriftliche Zustimmungserklärung des/der gesetzlichen Vertreter(s) vorgelegt werden.

4. Die Mitgliedschaft endet durch Austritt, Ausschluß oder Tod, bei juristischen Personen auch durch Verlust der Rechtspersönlichkeit.

5. Ein Ausschluß des Mitgliedes aus dem Verein kann aus wichtigem Grund durch den Vorstand erfolgen. Als wichtiger Grund gilt insbesondere:
- Zuwiderhandlung gegenüber den Zielen und Aufgaben des Vereins,
- Schädigung des Ansehens oder der Arbeit des Vereins durch sein Verhalten und/oder öffentlicher Äußerungen oder
- die Beiträge oder Leistungen nicht gemäß der Satzung entrichtet werden.

Vor Entscheidung des Vorstandes ist dem Mitglied unter Wahrung einer Frist von mindestens 4 Wochen Gelegenheit zu geben, sich zu den erhobenen Vorwürfen zu äußern. Die Ausschlußerklärung ist dem Mitglied unter Darlegung der Gründe schriftlich mitzuteilen.
Gegen diese Erklärung kann durch schriftlichen Antrag innerhalb von 4 Wochen nach Zugang die Mitgliederversammlung angerufen werden. In der Mitgliederversammlung ist dem Mitglied Gelegenheit zur persönlichen Rechtfertigung zugeben. Die Mitgliederversammlung entscheidet mit einer Zweidrittel Mehrheit der erschienenen Mitglieder.

6. Mit der Beendigung der Mitgliedschaft enden alle Ansprüche aus dem Mitgliedschaftsverhältnis. Eine Rückgewähr von Beiträgen, Sacheinlagen oder Spenden ist ausgeschlossen.

§5 Geschäftsjahr

Geschäftsjahr ist das Kalenderjahr.

§6 Beitragsleistungen

Die Mitglieder fördern die Arbeit des Vereins durch Beiträge. Die Höhe legt die Mitgliederversammlung fest.

§7 Organe des Vereins

Organe des Vereins sind

1. die Mitgliederversammlung
2. der Vorstand
3. der Beirat.

§8 Die Mitgliederversammlung

1. Zu den Aufgaben der Mitgliederversammlung gehören:
a) Wahl des Vorstandes
b) Wahl von 2 Kassenprüfer, die am Ende des Geschäftsjahres die Bücher und die Kasse des Vereins prüfen
c) Festlegung der grundlegenden Richtlinien der Vereinsarbeit gemäß §2
d) Beschlussfassung über vorliegende Anträge
e) Entgegennahme des jährlichen Rechenschaftsberichtes und die Entlastung des Vorstandes
f) Ausschluß von Mitgliedern
g) die Bestätigung des Jugendreferenten oder die Wahl des Jugendreferenten/Beisitzer, wenn die Jugendversammlung keinen Jugendreferenten gewählt hat

2. Die Beschlußfassung erfolgt soweit nicht anders geregelt mit einfacher Stimmenmehrheit der anwesenden und stimmberechtigten Mitglieder. Stimmberechtigt ist jedes ordentliche Mitglied sowie die zwei Jugendsprecher mit jeweils einer Stimme.

3. Die Mitgliederversammlung tritt mindestens einmal im Jahr zusammen. Sie wird vom Vorstand mit einer Ladungsfrist von 14 Tagen unter Angabe der Tagesordnung eingeladen. Die Einladung geht schriftlich an die zuletzt vom Vereinsmitglied hinterlassene Adresse.

4. Der Vorstand ist jederzeit berechtigt, wenn es die Vereinsinteressen erfordern, eine außerordentliche Versammlung einzuberufen. Selbiges gilt unter Angabe der Gründe und Zwecke für ein Antrag von mindestens 1/3 der eingetragene Mitglieder.

5. Über Beschlüsse der Mitgliederversammlung ist ein Protokoll zu fertigen. Der Protokollführer wird zu Beginn der Mitgliederversammlung gewählt. Das Protokoll ist vom Vorsitzenden und vom Protokollführer zu unterzeichnen.

§9 Der Vorstand

1.Er besteht aus:
a) dem Vorsitzenden
b) den Stellvertreter
c) den Kassenwart
d) dem Schriftführer
e) dem Jugendreferenten oder Beisitzer

2.In den Vorstand des Vereins können nur ordentliche Mitglieder des Vereins gewählt werden. Ein Anstellungsverhältnis mit dem Verein schließt eine Arbeit im Vorstand aus.

3. Der Vorstand, mit Ausnahme des Jugendreferenten, wird von der Mitgliederversammlung aus den Reihen der ordentlichen Mitglieder für die Dauer von 2 Jahren gewählt.

4. Der Jugendreferent wird durch die Jugendversammlung für 1 Jahr gewählt und von der Mitgliederversammlung bestätigt. Sollte der Verein nicht über eine Jugendversammlung verfügen, wird statt des Jugendreferenten ein Beisitzer (ebenfalls für die Dauer von 1 Jahr) gewählt. Sollte die Jugendversammlung keinen Jugendreferenten wählen, wird dieser von der Mitgliederversammlung gewählt.

5. Jedes Vorstandsmitglied wird von der Mitgliederversammlung einzeln gewählt, mit Ausnahme des Jugendreferenten. Alle Vorstandsmitglieder können durch Handzeichen gewählt werden, wenn die Mehrheit der Versammlung dem nicht widerspricht.

6. Jedes Vorstandsmitglied darf nur ein Amt im Vorstand besetzen. Der Vorstand bleibt bis zur Neuwahl im Amt. Abwahlen des Vorstandes sind möglich und in der Einladung als Tagesordnungspunkt anzugeben.

7. Zu den Aufgaben des Vorstandes gehören:
7.1 Die Führung des Vereins nach der Satzung sowie den Beschlüssen der Mitgliederversammlung
7.2 Die Aufstellung eines Haushaltsplanes
7.3 Die Einberufung der Mitgliederversammlung
7.4 Die Erarbeitung einer Geschäftsordnung
7.5 Die eventuelle Berufung einer Geschäftsführung nach §30 BGB.
7.6 Die Aufnahme von neuen Mitgliedern.
7.7 Der Vorstandes ist beschlussfähig, wenn 3 der 5 Vorstandsmitglieder anwesend sind. Beschlüsse können mit einfacher Mehrheit gefasst werden. Stimmengleichheit gilt als Ablehnung.
7.8 Über die Beschlüsse des Vorstandes ist ein Protokoll zu fertigen. Das Protokoll ist vom Vorsitzenden zu unterzeichnen.
7.9 Der Vorstand im Sinne §26 BGB (geschäftsführende Vorstand) besteht aus den unter a) bis c) genannten Personen und wird durch je zwei dieser Personen gemeinsam vertreten.
7.10 Der Vorstand kann nicht besetzte Vorstandsposten kommissarisch bis zur nächsten Mitgliederversammlung besetzen. Die kommissarischen Mitglieder sind nicht stimmberechtigt.

 

§10 Der Beirat

wird bei Bedarf berufen. Ihm können auch Nichtmitglieder des Vereins angehören. Der Beirat berät die Organe des Vereins und kann projektbezogen wirksam werden. Der Beirat ist kein beschließendes Organ.

§11 Jugendversammlung

1. Die Jugendversammlung umfaßt alle jugendlichen Mitglieder des Vereines. Sie findet einmal im Jahr statt und zwar jeweils vor der ordentlichen Mitgliederversammlung. Die Jugendversammlung ist entsprechend den Vorschriften der Mitgliederversammlung durchzuführen. Die Einberufung erfolgt durch den/die Jugendreferenten/in in Absprache mit dem Vorstand.

2. Stimmberechtigt sind alle jugendlichen Mitglieder.

3. Die Jugendversammlung wählt den/die Jugendreferenten/in und zwei Jugendsprecher/innen. Der/die Jugendreferent/in muß ein ordentliches Mitglied sein. Die zwei JugendsprecherInnen werden aus den Reihen der jugendlichen Mitglieder gewählt.

4. Die Jugendversammlung kann sich eine Jugendordnung geben, die dem Vorstand zur Genehmigung vorzulegen ist.

5. Der/die Jugendreferent/in hat die Aufgabe, die Interessen der Jugendlichen des Vereines zu vertreten. Dazu gehört auch die Teilnahme an den Sitzungen des Vorstandes. Er bzw. sie hat den Vorstand über die Jugendarbeit zu informieren.

§12 Vermögen und Inventar

Alle Gegenstände und Rechte, die für den Verein erworben wurden, sind Eigentum des Vereins.

§13 Satzungsänderungen

Satzungsänderung bedürfen der 2/3-Mehrheit der anwesenden stimmberechtigten Mitglieder der Mitgliederversammlung.

§14 Auflösung

1. Die Auflösung des Vereins kann nur auf einer Mitgliederversammlung mit einer 2/3 Mehrheit der eingetragen und stimmberechtigten Vereinsmitglieder beschlossen werden.

2. Bei Auflösung des Vereins oder bei Wegfall steuerbegünstigter Zwecke fällt das Vermögen des Vereins an eine Körperschaft öffentlichen Rechts oder eine andere steuerbegünstigte Körperschaft zwecks Verwendung für die Förderung Jugendhilfe Leipzig.

§15 Inkrafttreten

Die Satzung tritt bei Verabschiedung durch die Mitgliederversammlung in Kraft.